Software-Versionen

Besonders bemerkenswert ist, dass das Board von seiner technischen Umsetzung bereits am Anfang extrem durchdacht und ausgereift war. Alle im Laufe der Zeit, also durch neue KCS-Systemsoftware, hinzugekommenen Möglichkeiten, wie Unterstützung von vielen Festplattencontrollern, EGA und VGA-Modi für die Grafikausgabe sowie Adlib- bzw. Soundblasteremulation für den guten Ton, wurden rein in der Steuersoftware für das Board implementiert.

Versionen der KCS-Software die dazugehörige Handbücher
Da sich die einzelnen Versionen des Boards nicht ihrer Einstellung unterscheiden bzw. da am Board selbst nahezu keine Einstellungen vorzunehmen sind, bezieht sich das Handbuch letztlich immer auf die mitgelieferte Software-Version. Die Handbücher existieren zumindest auf Deutsch, Englisch und Niederländisch, andere Sprachen sind mir noch nicht untergekommen. Dank meiner Sammelwut sowie Tahoe und Retrotec konnte ich Informationen über 16 Versionen der KCS-Software zusammentragen, wobei die Datenträger zu den Versionen 1.00 und 2.90 nicht vorhanden sind.

Version 1.0
Die frühen Versionen der Systemsoftware laufen allerdings nur unter Kickstart 1.2 und 1.3 und es finden sich noch einige Bugs. Hier das Handbuch der v1.0…

Grafikmodi:
– MGA (Monochrome Graphics Adapter) mit 720 x 348 Bildpunkten in 2 Farben
– CGA (Color Graphics Adapter) mit 640 x 200 in 2 Farben oder 320 x 200 in 4 Farben jeweils aus einer Palette von 16 Farben

Sonstiges:
Die Version 1.0 unterstützt keine Festplatten.

Version 1.20
Diese Version ist aktuell die älteste in meinem Fundus. Das BIOS meldet sich mit KCS Power PC Board v1.0…

Nur leider ist das Scrolling bei den frühen Versionen der Software, genauer gesagt bei den 1.X und 2.X Versionen, im Textmodus auf meinem Testamiga falsch herum, also von unten nach oben. Das kann man auf den Screenshots gut erkennen. In die PC-Preferences dieser frühen Versionen kommt man nur, wenn man beim Booten von der KCS Systemdiskette die linke Maustaste gedrückt hält.

Es gibt noch keinen Turbo-Modus und das Board ist von der Geschwindigkeit noch ein gutes Stück langsamer als bei den späteren Versionen. Mit Norton SI 4.5 schafft diese Softwareversion lediglich einen Vergleichswert von 3,3 zum IBM XT. Das lässt darauf schließen, dass der NEC V30 mit ca. 7,5 MHz getaktet wird.

zusätzliche Grafikmodi:
– CGA mit 8 Farben

Version 1.32
Bei der v.132 kann ich keinen Unterschied zur v1.20 feststellen, die Dateien haben das gleiche Datum und sind gleich groß. Nur das Startbild weist auf diese Version hin. Das BIOS des KCS-Boards meldet sich weiterhin mit v1.0…

Somit ist auch die gleiche Funktionalität gegeben…

Auch die Geschwindigkeit ist mit einem Vergleichsfaktor von 3.3 gleich.

Version 2.00ß
Das Handbuch ist in dieser Beta-Version nur ein Faltblatt…

Hier der Startbildschirm der v2.00ß und der Boot-Vorgang der PC-Seite…

In dieser Version gibt es auch noch einen Turbo-Button, der die Geschwindigkeit des Boards zwischen ca. 8,5 MHz und 11 MHz umschaltet.

Der Turbo macht sich auch tatsächlich in den Messwerten bemerkbar. Ohne Turbo liegt das KCS bei einem Vergleichswert von 3,7 (Norton SI 4.5). Somit ist das Board mit der 2.00ß-Software auch ohne Turbo-Modus bereits schneller als in der v1.20. Bei aktiviertem Turbo klettert der Wert auf satte 4,8 (Norton SI 4.5)!

Der Turbo-Modus, also eine Taktung mit ca. 11 MHz wurde von KCS im Übrigen nicht garantiert. Das Problem sollen allerdings einige Amigas gewesen sein und nicht die 8 MHz-Version der NEC V30 CPU.

zusätzliche Grafikmodi:
– CGA mit 16 Farben

Sonstiges:
– Unterstützung der Commodore A590 Festplatte
– Unterstützung von FastRAM zur Beschleunigung der Bildschirmausgabe und
des Diskettenzugriffs

Versionen 2.83 und 2.83+ (Testversionen Festplatten)
Mit der v2.83 gab es eine weitere Beta- oder Testversion der KCS-Software…

Im Vergleich zur v2.00ß wurde die Unterstützung der Festplattencontroller massiv ausgeweitet. Neben der 2.83 gab es auch noch eine v2.83+, die einen Festplattencontroller mehr unterstützte…

Diese Version bootet noch immer mit dem Phoenix BIOS v2.52, wobei zusätzliche Extensions v2.83 geladen werden. Der Turbomodus wurde leicht modifiziert und erlaubt nun noch ein Umschalten zwischen 7,1 MHz (Norton SI 4.5: 3.7) oder 10,7 MHz (Norton SI 4.5: 4.6)…

Version 2.9
Die Version 2.9 wird auf http://amiga.resource.cx erwähnt. Selbst hatte ich keinen Kontakt damit.

2.95 (Testversion EGA)
Die Version 2.95 diente dazu, den EGA-Grafikmodus der kommenden Software-Versionen zu testen. Zuerst musste man sich aber die entsprechenden Installationsdisketten erstellen.

Man sieht gut die EGA-Extensions für das Phoenix-BIOS. Interessanterweise meldet das KCS-BIOS bei dieser Softwareversion einen Speicherfehler bei 557 kB, der bei anderen Versionen nicht auftritt. Möglicherweise steht es mit der frühen EGA-Version im Zusammenhang. Im Programm PC-Preferences gab es zum ersten Mal den EGA-Modus für die Grafikausgabe und das HDsetup war in der Version 2.40 beigelegt.

Die beiden Testversionen 2.83 und 2.95 stellen den Übergang von den eher experimentellen 2er Versionen zu den stabileren 3er Versionen mit EGA-Grafik dar.

Sonstiges:
– Experimentelle Unterstützung von zusätzlichen Festplattencontrollern und ein HDsetup
– Test des EGA-Modus

Versionen 3.00 und 3.05
Ab der Version 3.0 wird auch der A500+ und großen Amigas A2000 und A3000 unterstützt. Im Power_PC-Verzeichnis auf der KCS-Diskette befinden sich nun drei ausführbare Dateien. STANDARD ist für einen A500/A2000, der nur über das KCS-Board als Speichererweiterung verfügt, EXTRA_MEM ist für ein System mit zusätzlichem FastRAM und 68020_30 für beschleunigte A500/2000 und natürlich dem A3000.

Die Versionen 3.0 und 3.05 unterscheiden sich in allen Dateien und bei der 3.05 ist auch eine zweite Standard-Konfiguration vorhanden…

Alle Konfigurationsdateien ebenso wie HDsetup und PC-Preferences werden mit Icon in der Workbench angezeigt. Wie man im jeweils dritten Bild erkennen kann, ist auch der Button für den Turbo-Modus für das Board noch vorhanden, allerdings ohne Funktion.

Die v3.00 wollte bei mir einfach nicht starten. Die v3.05 macht keine Schwierigkeiten und sie bootet das KCS Power PC Board immer mit 10,7 MHz. In diesem Fall mit der BIOS-Version 3.00…

Dies ergibt mit Norton SI 4.5 den Vergleichsfaktor 4.6 zum IBM XT.

zusätzliche Grafikmodi:
– EGA (Enhanced Graphics Adapter) mit maximal 640 x 350 Bildpunkten mit maximal 16 Farben aus einer Palette von 64
– VGA (Video Graphics Array) mit maximal 640 x 480 Bildpunkten mit maximal 16 Farben aus einer Palette von 4096

Sonstiges:
– Unterstützung von 68020 und 68030 CPUs
– Unterstützung A500+ und A2000/3000
– Unterstützung weiterer Festplattencontroller
– Unterstützung Kickstart 2.0 und höher
– Unterstützung von FastRAM auch als EMS-Speicher nach dem LIM-Standard
– Geschwindigkeit der seriellen Schnittstelle bis zu 19 200 Baud
– Turbo-Button ohne Funktion

Version 3.5
Das Handbuch für die Version 3.5, welches mit kleinen Einschränkungen auch für die oben genannten Versionen 3.00 und 3.05 gilt…

Bei der Version 3.5 wurde vor allem die Festplattenunterstützung nochmals überarbeitet, aber auch alle anderen Dateien weisen Änderungen gegenüber der Vorversion auf.

Der A2000 hat bei dieser Version zwei besondere Konfigurationsdateien erhalten. Der Button für den Turbo-Modus des KCS-Boards wurde bei dieser Version entfernt und das BIOS hat die Version 3.50.

Sonstiges:
– Unterstützung weiterer Festplattencontroller
– Entfall des Turbo-Buttons

Testversion L5.108
Wie die beiden Testversionen v2.83 und v2.95 den Übergang zur 3er Serie der KCS-Software darstellen, steht die L5.108 anscheinend für den Übergang zur 4er Serie.

Optisch kommt sie auch sehr nahe an die kommender 4er Versionen heran, nur gibt es noch die speziellen Programmversionen für den A2000 und die einzelnen Konfigurationsdateien sind noch mit einem Icon in der Workbench vertreten. Vor allem aber wurde die Festplattenunterstützung deutlich ausgeweitet und die Version v3.23 des HDsetup sieht der v4.50 schon sehr ähnlich.

Sie bootet, wie auch die v3.50, das BIOS in der Version 3.50.

Versionen 4.5 und 4.5.T8 bzw. 4.51
Nun zur wohl am weitesten verbreiteten Version, der v4.5…

Auch die v4.5 lässt sich einfach über Programme in der Amiga Workbench konfigurieren, allerdings sind die einzelnen Konfigurationsdateien STANDARD, EXTRA_MEM und 68020_30 nicht mehr auf der Workbench sichtbar. Beim Installationsvorgang wird die als passend erkannte Datei als Power PC Board z.B. auf die Festplatte installiert. Besondere Dateien für den A2000 wie in der v3.50 gibt es nicht mehr.

Hier ein Screenshot bei bzw. nach einem erfolgreichen Bootvorgang mit einem P25-41 Board und einem Supradrive 500XP…

Die hier gezeigte v4.5.T8 ist wohl später zu einer „normalen“ v4.5 mutiert…

Jedenfalls gibt es das Programm HDsetup v.4.51 der T8 auch häufig auf normalen v4.5 Disketten, die in ihrer frühen Ausführung ein HDsetup in der Version 4.50 enthalten haben. Die v4.51 unterstützt ein paar Controller mehr.

ACHTUNG
Es gibt zwei Versionen der 4.5! Die „normale“ Version und eine, die genau genommen mit v4.5.T8 bezeichnet wird. Zum einen unterscheiden sich die einzelnen Programme PC-PREFERENCES, HDSETUP, STANDARD, EXTRA_MEM und 68020_30 geringfügig in der Größe. Feststellen kann man diese unterschiedlichen Versionen auf jeden Fall mit dem HDsetup Programm. Es gibt es als v4.5 und als v4.51, wobei bei letzterem ein paar Festplattencontroller mehr unterstützt werden. Genaueres dazu bei der technischen Ausstattung…

zusätzliche Grafikmodi:
– MDA (Monochrome Display Adapter) mit Text in 2 Farben
– Tandy 1000 bzw. PC Jr. mit 160 x 200, 320 x 200 oder 640 x 200 in 16 Farben aus einer Palette von 16
– MCGA (Multi Color Graphics Array) mit 320 x 200 Bildpunkten in 32 Farben aus einer Palette von 4096

Sonstiges:
– Unterstützung A600
– Unterstützung Soundblaster oder Adlib
– Unterstützung weiterer Festplattencontroller
– Geschwindigkeit der seriellen Schnittstelle bis zu 38 400 Baud

Empfehlenswert ist auf jeden Fall die Version 4.5 der KCS-Software. Sie unterstützt die meisten Festplattencontroller, FastRAM, die größte Anzahl an Grafikmodi, Adlib oder Soundblaster und eben auch Turbokarten mit 68020 oder 68030 CPU.

Versionen 5.0, 5.1 und 5.2
Darüber hinaus habe ich hier noch eine v5.0, v5.1 und eine v5.2. Alle drei benötigen allerdings das KCS Dual High Density Drive, damit sie sich starten lassen.

Nennt man ein solches Laufwerk sein Eigen, dann kommt man einen Schritt weiter. Bei der v5.2 hat sich DHD für das notwendige externe Diskettenlaufwerk auch im Diskettennamen niedergeschlagen…

Wie man gut erkennen kann, hat das BIOS (übrigens bei allen drei) die Version 5.21. PC-Preferences und HDsetup werden allen 5.X-Versionen jeweils mit der Version 5.00 angegeben.

Neu ist auch jeweils eine spezielle Startdatei A4000_30 und A4000_40 für den A4000.

Auf der v5.2-Diskette ist auch die aktuellste Variante der 68020_30, EXTRA_MEM und STANDARD Startdatei, datiert mit dem 02.11.1994!